Beziehungswirkstatt
Fast ganz normale Beziehungsstörungen
Die romantische und unbeschwerte Zweisamkeit, das ist der Stoff, aus dem die Filme sind. Der Beziehungsalltag fängt dort an, wo die Filme enden. Nicht selten kommt es im Laufe der Zeit zu Konflikten, Streit und Enttäuschungen. Wenn solche Probleme andauern, spricht man häufig von „gestörten“ oder „kranken“ Beziehungen. Viele suchen Hilfe in der Paartherapie.
Die Vorstellung, Beziehungen wären krank oder gestört, begünstigt belastende Gefühle. Die Änderungswahrscheinlichkeit sinkt, wenn wir negativen Bewertungen folgen. Die Coaches der Beziehungswirkstatt vertreten die (etwas ungewöhnliche) These: Problematische Paarbeziehungen sind nicht gestört oder krank, sondern logisch.
Die "Systemische Welt"
Systemiker denken anders. Vieles von dem, was systemisch Denkende verinnerlicht haben, widerspricht dem gesunden Menschenverstand.
Es gibt verschiedene systemische Denkansätze und Erklärungsmodelle, die sich in ihren Grundverständnissen zum Teil widersprechen. Das macht die Sache nicht einfach.
In den letzten dreißig bis vierzig Jahren hat vor allem der konstruktivistische Ansatz Anerkennung gefunden. Die Ideen und Erkenntnisse des Konstruktivismus beeinflussen unsere systemische Arbeit.
Der Konstruktivismus geht davon aus, dass sich die Welt nicht objektiv darstellen lässt. Was wir wahrnehmen und beobachten, ist nicht zwingend objektiv wahr oder nicht wahr. Wenn ein Therapeut seine Klientin als "depressiv" diagnostiziert, haben wir damit keine Informationen über den "objektiven Zustand" der Klientin, sondern über die Beobachtung und das Bewertungssystem des Therapeuten. Wirklichkeit ist nie losgelöst vom Beobachter. Diese "systemischen Erkenntnisse" werden seit einigen Jahren durch die Quantenphysik und die Neurobiologie bestätigt.
In der systemischen Therapie geht es nicht nur darum, äußere Zustände und Bedingungen zu verändern, sondern auch und vor allem um die Beeinflussung innerer Wirklichkeiten. Die systemisch-therapeutische Erfahrung zeigt, dass sich dadurch erstaunlich schnell und tiefgreifend Veränderungen ergeben. Verblüffend ist dabei, dass sich durch die Veränderung der inneren Wirklichkeit auch (indirekt) die äußere Wirklichkeit verändert.
Neben diesen konstruktivistischen Ideen gibt es weitere theoretische, ethische und philosophische Hintergründe, die die systemisch-therapeutische Arbeit wesentlich beeinflussen.
Was bedeutet das für die therapeutische Praxis? Der vom Konstruktivismus "infizierte" Therapeut sieht die Welt neutral. So ganz kann auch ihm das nicht gelingen, weil wir Menschen grundsätzlich nicht nicht bewerten können. Aber er ist darin geübt, seine Bewertungen nicht in den Mittelpunkt zu stellen, er sieht sich selbst als „bewertungsarm“. Es ist nicht allein dieses oder jenes richtig und wahr. Nicht er "heilt" oder "verändert" seine Klientin. Sie verändert sich selbst und der Therapeut ist ihr Begleiter. Er sucht mit ihr zusammen nach den optimalen Veränderungschancen. Und er verfügt über jede Menge systemische Techniken und Methoden, die er seinen Klienten zur Verfügung stellt.
|
Systemische Welt Kontakt Impressum Datenschutz |


